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!!! Bis 31. Mai 2015 verlängert !!!


Führung durch die Ausstellung und Sammlung

Samstag, Sonntag und Feiertag 12 Uhr



In der Ausstellung werden die farbenprächtigen, großformatigen Linolschnitte des in Schwarzenberg geborenen Künstlers gezeigt.


Der Linolschnitt bildet die Grundlage von Jens Schuberts künstlerischem Schaffen. Sein Interesse an dieser Technik besteht jedoch nicht in ihrer traditionellen Anwendung. Es ist das Potenzial des Hochdruckes, aus dem er schöpft. Die Technik schreibt sich einerseits in Schuberts eigene Arbeitsweise ein, andererseits beugt er die Technik, um sie der individuellen Strategie anzupassen. Sie unterwirft sich dem Willen, ein Bild in bestimmten ästhetischen Grenzen zu gestalten und zu produzieren.

Mit dem Linolschnitt lassen sich Flächen, geometrische Figuren und Farbverläufe drucken, ebenso Kanten, Aussparungen, Strukturen und Linien. Sie erhalten durch die Beschaffenheit des Materials und die Unmittelbarkeit des Druckes eine präzise, kühle und klare Strenge. Die verschiedenen Druckstöcke und Formmodule lassen sich schier endlos übereinander drucken und beliebig auf dem Papier platzieren. Sie werden zum Stempel. Folgerichtig ist die Komposition nicht mehr an die Größe des Druckstockes gebunden, sondern innerhalb des Papierformates frei entwicklungsfähig. Farbschichten legen sich über Farbschichten. Kompositionen wachsen und werden wieder überdruckt. Material häuft sich an, wird gestapelt und verworfen. Die Form des Bildes wächst durch den kontinuierlichen Versuch. Arbeitsspuren, Fingerabdrücke und Deckungsdifferenzen bleiben als Zeugnisse des Druckprozesses sichtbar. Nach und nach fügt sich alles zusammen. Dieser Logik folgend ist jede Arbeit auch ein Einzelstück, ein Unikat.

Analog zur Technik entwickelte sich das Symbol zum thematischen Schwerpunkt in Schuberts Arbeit. Symbole sind eine urmenschliche Veranlagung, die Welt und das stattfindende Leben in sich wiederholende und ähnelnde Muster, Kategorien und Systeme einzuteilen. Sie existieren in allen Kulturen und Gesellschaften. Erschließen lassen sie sich für Schubert mehr über eine stark emotionale Ebene als über eine rationale Herangehensweise. In seiner Arbeit trägt er diese Symbole zusammen. Sie werden gesammelt, untersucht, ausgewertet, verwertet, geordnet, systematisiert, kategorisiert. Die Quellen reichen von der Hochkultur, Popkultur über Architektur, Design und Mode bis hin zu Zeichentrickfilmen, Comics, Computerspielen und Fantasy. Es sind Zeichen wie der Stern, das Auge oder Dreieck, Phänomene wie Flammen, Lichter und Wolken, Gegenstände aus dem Alltag und kultischen Ritualen sowie Formen aus der Natur, welche eine kulturelle Bedeutung erfahren haben und ihm als Fundus dienen.

Von Interesse ist dabei für Schubert, die Symbole zu demontieren, sie von ihrer aktuellen, derzeitig präsenten Bedeutung zu isolieren, um ihren archetypischen Kern, die Basis also, freizulegen. Die Hülle, die konkrete Form des Symbols, wird dabei nicht angetastet. Einerseits, weil sie einen Widererkennungswert hat und somit als Anker und Wegweiser dient, andererseits, weil sie eine von vielen möglichen Formen ein und derselben Sache ist. Denn in einer sich fortlaufend modernisierenden Gesellschaft erlangt das Symbol eine starke Individualisierung und Vielfalt. Es formt sich immer seltener aus gemeinschaftsbildenden oder religiösen, allgemein anerkannten Ritualen, Mythen und Geschehnissen, sondern setzt sich aus Fragmenten persönlicher Vorlieben, Erfahrungen, Prägungen und Einflüssen aus Umfeld, Sozialisierung und Werdegang zusammen. So wird es möglich, ein kulturelles Welt- und Wertesystem zu imitieren, aber ebenso einen eigenen Kosmos zu erschaffen.

Der Text beruht auf Jens Schuberts Statement aus seinem Portfolio.

Die Ausstellung bildet die Fortsetzung der Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser, die jungen Künstlerinnen und Künstlern aus Sachsen die Möglichkeit bietet, in direkter Nähe zu und in Auseinandersetzung mit Vorbildern und Vorgängern Werke in einem musealen Kontext zu präsentieren.


Gefördert durch die

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Rahmenprogramm

WORKSHOP
Theorie und Praxis: Der Linoldruck

ab Donnerstag, 19. März 2015, 16.30 Uhr (zweiwöchentlich immer donnerstags)
Führung durch die Ausstellung und anschließender Workshop
Anmeldung unter: 0371 488 4427 oder katharina.koenig@stadt-chemnitz.de


Im Gespräch – Künstler und Kuratorin
Donnerstag, 23. April 2015, 18 Uhr
mit Jens Schubert und Anja Richter

© Kunstsammlungen Chemnitz 2016