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!!! Verlängert bis 16. Juli 2014 !!!


Öffentliche Führungen


Samstag, Sonntag, Feiertage 16 Uhr


Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen vom 11. Mai bis zum 29. Juni Arbeiten des Chemnitzer Künstlers Klaus Hähner-Springmühl und neun weiterer Künstler/innen, die mit ihm zusammen arbeiteten oder auf die er inspirierend wirkte. Es wird eine Vielzahl von künstlerischen Ausdrucksformen präsentiert, die von Grafiken, Gemälden und Collagen, über Fotografien und Fotoübermalungen, bis hin zu Künstlerbüchern und einer Soundinstallation reicht.

Die Ausstellung ist eine Hommage von Freunden und Kollegen, die den eigenwilligen Künstler mit Arbeiten aus den 80er Jahren und aktuellen Werken ehren. Der Kontakt mit Klaus Hähner-Springmühl war für viele Künstler prägend und hatte Einfluss auf die künstlerische Entwicklung der DDR. Die Verbindungen zwischen ihm und den ebenfalls in dieser Ausstellung präsentierten Künstlern sind vielfältig. Michael Freudenberg war ein Studienfreund, der Hähner-Springmühl mit der Dresdner Kunstszene in Kontakt brachte. Zeitweise war Wolfram A. Scheffler Nachbar und später Mitbewohner in der Richterstr. 9, bevor er nach Berlin zog. Thomas Florschuetz animierte Hähner-Springmühl zum Fotografieren und widmete ihm eine eindringliche Fotoporträtserie. Fotografien und Fotoübermalungen waren ein wesentliches Ausdrucksmittel für Hähner-Springmühl, so sind sie auch in einem Künstlerbuch vertreten, das in Zusammenarbeit mit Joerg Waehner entstand. Carsten und Olaf Nicolai zeigen sich beeindruckt von der Kompromisslosigkeit, mit der Klaus Hähner-Springmühl Kunst nicht nur produzierte, sondern auch lebte.

Nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium in Cottbus zog Klaus Hähner-Springmühl mit seiner damaligen Frau Gitte Anfang der 70er Jahre nach Karl-Marx-Stadt. Dort mischte der unangepasste Autodidakt die Kunstszene gehörig auf: seine Aktionen, Performances und die improvisierten Konzerte seiner Band Kartoffelschälmaschine, zu der auch Erich Wolfgang Hartzsch gehörte, wurden zur Stadtlegende. Der Künstler lebte ab 1980 im baufälligen Hinterhaus der Richterstraße 9. Die verfallene Wohnung war sein Lebensmittelpunkt. Sie fungierte nicht nur als Atelier, sondern auch als Ausstellungort und Künstlertreff. Dabei waren die Übergänge von Leben und Kunst bei Klaus Hähner-Springmühl fließend, eindrucksvoll dokumentiert durch das Fotoprotokoll der Fotografin Karin Wieckhorst.

Hähner-Springmühl war ein Außenseiter der Gesellschaft und trat nur widerwillig dem Verband der Bildenden Künstler bei, um seine freiberufliche Tätigkeit für die damaligen arbeitspolitischen Verhältnisse zu legitimieren. Seine energiegeladenen Bilder stellten für ihn ein lebensnotwendiges Ventil dar. Nach ihrer Fertigstellung verloren sie für Hähner-Springmühl ihre Funktion und dienten ihm zuweilen nur noch als Brennmaterial. Er hinterließ kein ausgeklügeltes oder sich selbst mystifizierendes Œuvre, sondern fragmentarische Dokumente seiner radikalen Gleichsetzung von Kunst und Leben.

Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen begleitend zur Ausstellung einen Experimentalfilm von Erich Wolfgang Hartzsch aus dem Jahr 1989 sowie ein aktuelles Videoessay (2013) von Enkidu rankX.

Die Ausstellung und der Katalog entstanden in Kooperation mit der Galerie Pankow in Berlin und wurden von Dr. Eckhart J. Gillen, einem ausgewiesenen Kenner der DDR-Kunst, konzipiert.


Beteiligte Künstler

Thomas Florschuetz (1957 in Zwickau – lebt in Berlin)
Michael Freudenberg (1949 in Dresden – lebt in Dresden)
Gitte Hähner-Springmühl (1951 in Zwickau – lebt in Chemnitz)
Klaus Hähner-Springmühl (1950 in Zwickau – 2006 in Leipzig)
Erich Wolfgang Hartzsch (1952 in Chemnitz – lebt in Chemnitz)
Carsten Nicolai (1965 in Karl-Marx-Stadt – lebt in Berlin)
Olaf Nicolai (1962 in Halle/Saale – lebt in Berlin)
Wolfram Adalbert Scheffler (1956 in Karl-Marx-Stadt – lebt in Berlin)
Joerg Waehner (1962 in Karl-Marx-Stadt – lebt in Berlin)
Karin Wieckhorst (1942 in Holzhausen bei Leipzig – lebt in Leipzig)



© Kunstsammlungen Chemnitz 2016