Museum Gunzenhauser
Sammlungspräsentation

Otto Dix und die Neue Sachlichkeit

Otto Dix und die Neue Sachlichkeit

Nach expressionistischen, futuristischen und dadaistischen Anfängen erfährt das künstlerische Werk von Otto Dix um 1921 eine deutliche formale Beruhigung. Er entwickelt einen eigenständigen, kritischen Realismus, der altmeisterliche Maltechniken mit scharfer Gesellschaftsanalyse verbindet, und wird zu einem der zentralen Protagonisten der Neuen Sachlichkeit. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wird Dix als erster deutscher Künstler aus seiner Professur an der Dresdner Akademie entlassen. Gemeinsam mit seiner Familie zieht er sich nach Hemmenhofen am Bodensee zurück und lebt dort in einer Form der Inneren Emigration.

Der Verlust der Großstadt als bislang wichtigste Inspirationsquelle führt zu einer verstärkten Hinwendung zur Landschaftsmalerei. In aufwendiger Lasurtechnik, angelehnt an die altdeutsche Tafelmalerei, entstehen im Atelier komponierte Bilder, in denen Dix mithilfe bedrohlich wirkender Naturmotive das politische Zeitgeschehen reflektiert – zwischen Rückzug, Abgrenzung und Anpassung.

Im Zentrum der Sammlungspräsentation stehen Dix‘ Landschaftsgemälde zwischen 1933 und 1945. Ergänzt wir die Ausstellung mit Gemälden der Neuen Sachlichkeit von Otto Dix, Karl Hubbuch, Georg Schrimpf, Max Peiffer-Watenphul und Gustav Wunderwald.

Wegbeschreibung Wegbeschreibung

Galerie

Otto Dix, Begräbnis, 1941, Mischtechnik auf Leinwand auf Holz, Kunstsammlungen Chemnitz - Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Chemnitz, Foto: Archiv Museum Gunzenhauser © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Otto Dix
Begräbnis, 1941
Otto Dix, Düstere Landschaft, 1940, Mischtechnik auf Holz, 65 x 85 cm, Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Foto: Archiv © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Otto Dix
Düstere Landschaft, 1940
Otto Dix (1891–1969), Mädchen am Sonntag, 1921, Öl auf Leinwand auf Pappe auf Pressspan, 83,2 x 66 cm (restaurierte Leinwand), Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Chemnitz, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/László Tóth © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Otto Dix (1891–1969)
Mädchen am Sonntag, 1921
Otto Dix, Bildnis des Malers Zienert, 1914, Kunstsammlungen Chemnitz-Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Chemnitz, Foto: Archiv Museum Gunzenhauser © VG Bild-Kunst, Bonn 2024 © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Otto Dix
Bildnis des Malers Zienert, 1914
Max Peiffer Watenphul, Industrielandschaft, 1935, Öl auf Leinwand, 98 x 112 cm, Privatsammlung, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/Frank Krüger © Diana Pasqualucci, Rom
Max Peiffer Watenphul
Industrielandschaft, 1935
Gustav Wunderwald, Fabrik an der Lindower Straße, Berlin N, 1927, Öl auf Leinwand, Kunstsammlungen Chemnitz-Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Chemnitz, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/Archiv
Gustav Wunderwald
Fabrik an der Lindower Straße, Berlin N, 1927