24. srpna 2022, 18:30 hodin | Des Pudels Kern | Museum Gunzenhauser

Prohlídka kurátora : Des Pudels Kern

Marcus Behmer, Das abgelehnte Goldhündchen, 1912, Radierung auf Papier, 8,2 x 16,9/ 21,9 x 31,7 cm, Kunstsammlungen Chemnitz -Museum Gunzenhauser,  Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, Chemnitz  © Marcus Haucke, Berlin

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»Das also war des Pudels Kern!« ruft Goethes Faust erstaunt, als sich das Tier in Mephisto verwandelt. Noch heute wird dieser Ausdruck verwendet, um auf das Wesentliche oder den Kern einer Sache hinzuweisen. Auch der Illustration liegt die Eigenschaft des Sichtbarmachens, Zuspitzens und Kommentierens zugrunde. In der Sammlung von Dr. Alfred Gunzenhauser befinden sich zahlreiche, bisher noch nie gezeigte Grafiken, die nach literarischen Vorlagen, Gedichten, Erzählungen und Märchen entstanden sind. Erstmalig werden sie in dieser besonderen Bestandsausstellung zu sehen sein, die auch zeitgenössische Arbeiten präsentiert.

Den Schwerpunkt bilden Werke von Marcus Behmer (1879–1958). Der kurzsichtige Perfektionist ist auch als Meister des kleinen Formates bekannt. Als Autodidakt publiziert er seine ersten Werke in der Zeitschrift Jugend, arbeitet anschließend als Zeichner und Radierer beim Simplicissimus und gehört schließlich zu den wichtigsten Illustratoren im Insel Verlag. Neben Arbeiten zu Honoré de Balzacs Das Mädchen mit den Goldaugen und Voltaires Zadig präsentiert die Ausstellung eine der bedeutendsten Mappen Behmers: Radierungen zu Philipp Otto Runges Von dem Fischer un syner Frau.

Daneben werden Illustrationen von Behmers engem Freund Karl Walser (1877–1943) zu Georg Büchners Leonce und Lena präsentiert, Max Slevogts (1868–1932) Illustrationen zum Lederstrumpf aus den Kunstsammlungen am Theaterplatz und Karl Hubbuchs (1891–1979) Mappe mit den fast surrealistisch anmutenden Radierungen zu Goethes Faust aus den 1920er Jahren.

Die generationsübergreifende Faszination für die Märchen der Brüder Grimm verdeutlichen Illustrationen von Marcus Behmer, Herta Günther (1934–2018) und David Hockney (*1937), der nicht nur alle 220 Märchen selbst gelesen hat, sondern in seinem Zyklus Six Fairy Tales from the Brothers Grimm pointiert und humorvoll ausgewählte Szenen festhält.

Darüber hinaus werden in der Ausstellung und in Auseinandersetzung mit Werken der Sammlung Arbeiten der Klasse für Illustration von Prof. Thomas Matthaeus Müller (*1966) und Katja Schwalenberg (*1976) der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig präsentiert.

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