Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:30 Uhr
Eine Stimme in Bildern. Käthe Kollwitz und der Anspruch zu wirken
Katharina Koselleck, Direktorin Käthe Kollwitz Museum Köln
Käthe Kollwitz gehört zu den eindringlichsten Stimmen der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Werke thematisieren soziale Ungleichheit, politische Umbrüche, Geschlechterrollen sowie die Folgen von Krieg und Gewalt. Dabei verstand Kollwitz ihre Kunst stets auch als gesellschaftlichen Beitrag: als Möglichkeit, Erfahrungen sichtbar zu machen und für diejenigen zu sprechen, die im öffentlichen Diskurs kaum Gehör fanden. Als Chronistin ihrer Zeit und als Künstlerin von großer Schaffenskraft entwickelte sie eine eindringliche Bildsprache, die bis heute große Wirkung entfaltet. Der Vortrag fragt nach Kollwitz’ künstlerischem Selbstverständnis und richtet zugleich den Blick auf die technischen und formalen Mittel ihrer Arbeiten, mit denen sie ihren Werken eine besondere Ausdruckskraft verlieh.
zur Ausstellung:
Käthe Kollwitz zählt mit ihrer eigenständigen und berührenden Bildsprache zu den herausragenden deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten ist sie eine bekannte und geschätzte Künstlerin, die soziale und gesellschaftliche Themen mit großer Eindringlichkeit schildert. Im Mittelpunkt ihres Werkes steht der Mensch. Kollwitz, die in den beiden Weltkriegen Sohn und Enkel verliert, setzt sich intensiv mit existenziellen Konflikten, Leid und Verletzlichkeit auseinander.
Die Kunstsammlungen Chemnitz widmen Käthe Kollwitz erstmals seit 1987 eine umfangreiche Ausstellung mit Druckgrafiken und Zeichnungen von 1892 bis 1938 aus dem eigenen, reichen Sammlungsbestand. Reliefs und Plastiken aus dem Käthe Kollwitz Museum Berlin ergänzen die Werkschau. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Klasse für Fotografie von Heidi Specker an der HGB Leipzig, die sich intensiv mit der Künstlerin und ihren Motiven auseinandersetzt. Ihre Arbeiten fragen nach der Aktualität der Themen von Kollwitz heute und spannen einen Bogen zur Gegenwart.
Künster:innen: Lars Anton Barrelmeyer, Marta Dyachenko, Jana Ehls, Jonas Erler Albin Flieder, Hannah Francke, Benjamin Friedle, Lam Funke, Arne Grashoff, Takeki Hayashida, Jacob Heine, Tatjana Hub, Ferdinand Knöbl, Jan Lessmann, Lucie Löchel, Anita Olarescu, Amely Sommer, Heidi Specker, Stephen Stahn
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