MMM
Mini-Marx-Meditation
Pocket-Ikonoklasmus mit „Ja, aber“-Funktion
Keynote/Produktplatzierung
2020, anlässlich der Ausstellung GEGENWARTEN | PRESENCES, war in Chemnitz als „Prototyp“ ein 2 Meter hoher Marx-Adapt am Johannisplatz aufgestellt. Durch beherztes Treten eines Hebels im Sockel, konnte man den Kapitalismuskritiker zum Kippeln bringen. Dieses reichte unbekannten Banausen nicht! Zweimal wurden die Führungsseile durchtrennt und – pardauz – Marx lag am Boden.
Kunst zu stürzen, stellvertretend zu zerstören, ist eine sowohl individuelle wie kollektive Übung, häufig überhöht und instrumentalisiert, um symbolträchtig einen Umbruch einzuläuten. Wahrscheinlich gab es schon im prähistorischen Lascaux die einen und die anderen! Und bereits Unzufriedene mit Tatendurst, die, kaum war die Sippe auf der Jagd, Bemalungen von Höhlenwänden hackten und frisch geschnitzte Flöten knickten?
Grundsätzlich ist mir lieber, eine aufgebrachte Meute nutzt zur Triebabfuhr tote Materie – Stein und Metall, als sich an Lebendigem – Menschen, Tieren, Existenzen, anders Seienden, anders Denkenden, auszuagieren.
Verschwendung ist es immer.
Als Hoffnungsschweif in Zeiten des Ringens um Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Fragmentierung mentaler wie materieller Ressourcen, plädiere ich für Spielzeug.
Der 2020er Zwei-Meter-Marx wird rückübersetzt in seine vom erzgebirgischen Traditionshandwerk inspirierte Grundgröße.
Ein Marx, 12cm hoch, mit Daumendruck zu stürzen.
Doch wenn der Druck da unten nachlässt… steht der Denker wieder aufrecht!
Noch immer in der Produktion – mit vielen Hindernissen – ist die erste Künstleredition von 100 Stück, von Hand bemalt. Diese wird am 29.10.2025, 19:00 Uhr im Foyer des Museum Gunzenhauser von der Künstlerin in einer Keynote vorgestellt – mit allen Features, Hintergründen und Geschichten.
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