Romantik

Carl Gustav Carus (1789–1869)

Blick auf Dresden bei Sonnenuntergang, um 1822

Das Bild zeigt die Sicht des Künstlers auf seine Wahlheimat Dresden, in der er seit 1814 lebte. Hinter einer von einem schmalen Weg durchzogenen Anhöhe wird die Silhouette von Turmspitzen der Stadt sichtbar, die frei komponiert einige Dresdner Türme erkennen lässt. Gut erkennbar ist die große Kuppel der 1743 von George Bähr erbauten Frauenkirche. Scheinbar in Gedanken versunken, betrachtet ein Paar die außergewöhnliche Farbenpracht des Sonnenuntergangs.

 

Carl Gustav Carus (1789–1869)

Springbrunnen hinter Torbogen im Mondschein, 1867

Carl Gustav Carus war ein talentierter Universalgelehrter: Schriftsteller, Philosoph, Arzt, Naturwissenschaftler und Künstler. Seine stimmungsvolle Mondlandschaft entstand zwei Jahre vor seinem Tod. Die Zeichnung trägt auf dem Unterlagekarton folgende Bezeichnung: „Zu neuem Sehen – neues Sichtbare! So schreitet der Mensch durch beßeres Verstehen zu höherem Verständniß. einer Neusehenden! Carus 4. Juni 1867.“ Auf der Rückseite der Zeichnung findet sich ein Hinweis, der den Text auf der Vorderseite erklärt: „Kohlezeichnung von C. Carus sen. für Tante Luise gemacht nach der ersten Augenoperation.“

 

Johan Christian Clausen Dahl, Küste nahe Castellamare im Morgendunst, 1822

Johan Christian Dahl (1788–1857)

Küste nahe Castellammare im Morgendunst, 1822

1818 ging ein Staunen durch die Dresdner Kunstwelt, als der im norwegischen Bergen geboren Maler in dieser Stadt heimisch wurde und dort mit Caspar David Friedrich in einem Haus lebte. Er begeisterte mit ungewohnt neuen, monumentalen Landschaften und einem souveränen Farbauftrag. Wenig später wurde er Mitglied und Professor an der Königlichen Akademie der bildenden Künste. Das Gemälde erinnert an seine einjährige Reise nach Italien von 1820 bis 1821. Am Golf von Neapel, nahe dem Vesuv fand er dieses Motiv. Noch zaghaft scheint die aufgehende Sonne durch den morgendlichen Nebel und beleuchtet eine ruhige Szenerie. In der kleinen Bucht neben einem der typischen Wachtürme der Region bereiten Fischer ihre Netze vor.

 

Heinrich Dreber (1822–1875)

Wäscherinnen am Nemisee, 1851–1853

Der Landschaftsmaler Heinrich Dreber, auch Heinrich Franz-Dreber genannt, war in Dresden Schüler von Ludwig Richter und lebte seit 1843 bis zu seinem Tod in Rom. Dreber hat die großformatige Zeichnung für seinen Gönner Heinrich Wilhelm Campe geschaffen. Den Leipziger Sammler hatte er im Winter 1846/47 in Rom bei seinen Wirtsleuten kennengelernt. Im Vordergrund der ideal konstruierten Landschaft steht eine mächtige plastisch wirkende Baumgruppe. Am Ufer des Sees, umrahmt von Bäumen und antiken Steinblöcken, hat der Künstler eine Gruppe von Wäscherinnen malerisch drapiert. Die Figuren sind ganz leicht mit hellen Wasserfarben koloriert, während die Zeichnung, bis auf wenige Lavierungen im Bereich des Wassers und der Berge, sonst nur mit Bleistift ausgeführt wurde.

 

Heinrich Dreber (1822–1875)

Campagnalandschaft mit Eichen, 1859

Von der idealen Landschaftsmalerei beeinflusst, entwickelte Heinrich Dreber einen zur realistischen Auffassung tendierenden Malstil. Seine Motive fand er, wie auch in diesem Gemälde, in der näheren Umgebung Roms. Die Komposition der Darstellung ist ähnlich dem Bildaufbau in der Zeichnung Wäscherinnen am Nemisee in dieser Ausstellung: Eine Bild beherrschende Baumgruppe gibt den Blick frei auf die karge Ebene und das sich anschließende Gebirge. An dem kleinen Bach finden Landbewohner im Schatten der Vegetation Schutz vor der sommerlichen Hitze und Erfrischung. Ruinen und Ortschaften auf den umliegenden Hügeln sind in einer dunstigen Ferne angedeutet.

 

Caspar David Friedrich (1774–1840)

Die Harfenspielerin (Allegorie der religiösen Musik), um 1830

Bei der Kirche handelt es sich um die alte Stadtpfarrkirche St. Jacobi in Greifswald. Friedrich veränderte die Architektur und fügte eine imposante Doppelturmfassade und einen Schmuckgiebel hinzu. Das Blatt ist teilweise gegriffelt und rückseitig mit Kreide geschwärzt, was auf die Übertragung des Motives in ein anderes Medium hinweist. Die Harfenspielerin gilt mit Blättern der Hamburger Kunsthalle und des Pariser Louvre als Vorzeichnung für einen Zyklus von Bildern, die mit ihren Kompositionen die Allegorien der weltlichen, der religiösen und der himmlischen Musik darstellten. Die Chemnitzer Zeichnung verkörpert die religiöse Musik.

 

Provenienzforschung in den Kunstsammlungen Chemnitz

Die systematische Erforschung der Provenienz der im Zeitraum von 1933 bis 1945 für das Museum erworbenen Zeichnungen und Druckgrafiken ist Mittelpunkt eines zweijährigen, von öffentlicher Hand geförderten Forschungsprojektes in der Grafischen Sammlung. Alle früheren Eigentums- und Besitzverhältnisse der Objekte sollen so vollständig und nachvollziehbar wie möglich geklärt werden. Im Falle eines unrechtmäßigen Erwerbs durch das Museum ist die Suche nach dem rechtmäßigen Alteigentümer bzw. seinen Rechtsnachfolgern das Ziel. Zu den derzeit untersuchten Werken gehört auch die 1935 im Kunsthandel angekaufte Zeichnung von Caspar David Friedrich.

Von 2013 bis 2015 wurden im Museum am Theaterplatz bereits die Herkunftsgeschichten der in der Zeit des Nationalsozialismus erworbenen Werke der Sammlung Malerei und Plastik erforscht.

 

Caspar David Friedrich (1774–1840)

Segelschiff, um 1815

Schiffe als Bildmotiv gibt es in mehreren Gemälden Caspar David Friedrichs. Doch hier konzentriert er sich ganz auf das Motiv einer vereinzelten Fregatte auf offener See vor nebeligem Grund. Von Kindheit an war Caspar David Friedrich mit dem Meer und der Schifffahrt vertraut. Unweit von seinem Elternhaus lag der Greifswalder Hafen. Doch ist die Landschaft nicht nach der Natur skizziert. Möglicherweise diente ihm ein Miniaturmodell eines dänischen Fregattenschiffes als Vorlage, das sich in seinem Atelier befand. Achten Sie auf die kleinen Details. Ganz winzig erscheint eine schemenhafte Figur im Mittelgrund. Der Mensch wirkt klein angesichts von Technik und weiter Natur.

 

Carl Wilhelm Götzloff (1799–1866)

Hafen von Genua, 1835

Nach dem Studium an der Kunstakademie in Dresden ermöglichte 1821 ein Reisestipendium Carl Wilhelm Götzloff eine längere Studienreise nach Italien. Der Künstler lebte über 40 Jahre bis zu seinem Tod in Italien und gehörte dort zu den bedeutenden Landschafts- und Genremalern. 1935 hat er den Hafen von Genua in einem Aquarell festgehalten. Ins Auge fällt die Reduzierung der Farbpalette auf Braun- und Blautöne, wobei Himmel und Berge farblich mit dem Blau des Meeres korrespondieren.

 

Charles Hoguet (1821–1870)

Fischstillleben, 1849

Auf den ersten Blick scheint es, als hätte Hoguet schon ein wenig vom Surrealismus vorweggenommen. Die Fische in seinem Stillleben entwickeln zumindest ein seltsames Eigenleben. Eher schlaff, um Luft ringend und kaum mehr frisch – ganz anders als in der barocken Prächtigkeit eines typischen holländischen Stilllebens – präsentiert sich der Fang, der auf dem Boden liegend, vielleicht zurückgelassen wurde. Im Korb zeichnet sich ein liegendes Profil eines Mannes ab. Der leicht geneigte Krug scheint leer und ausgeschöpft.

Charles Hoguet war seit 1848 ein in Berlin ansässiger Künstler. Er schuf unzählige Ölgemälde, darunter auch Meeresküsten, Marinebilder und Windmühlen.

 

Georg Friedrich Kersting (1785–1847)

Der Maler Matthäi im Atelier, 1812

Der Künstlerfreund von Caspar David Friedrich zeigt in feinmalerischer Art den Kollegen Matthäi beim Malen in seinem Atelier. Vor der Restaurierung 1996 überdeckten ein stark verbräunter Firnis und unsensible Übermalungen das Gemälde. Der Malkasten mit der Signatur und der Atelierrock des Malers waren stark verändert. Nach intensiven Voruntersuchungen mit Mikroskop und UV-Fluoreszenz, wurden die Übermalungen mit unterschiedlichen Lösungsmittelgemischen unter dem Mikroskop entfernt. Die Malschicht war relativ stark beschädigt. Durch eine sorgfältige Retusche mit Aquarellfarben, wurde die Malschicht wieder dem Original angenähert.

Detlef Göschel, Gemälderestaurator

 

Georg Friedrich Kersting (1785–1847)

Blumenstilleben, um 1830/39

Georg Friedrich Kersting erlangte mit seinen Gemälden von Innenräumen große Berühmtheit. Das bekannteste ist neben dem hier gezeigten Maler Matthäi im Atelier die Darstellung seines Freundes Caspar David Friedrich im Atelier. Mit der Übernahme der Stelle als Malervorsteher an der Königlichen Porzellanmanufaktur in Meißen 1818 galt seine künstlerische Tätigkeit größtenteils nun der Gestaltung von Formen und Dekoren sowie der Anleitung der ihm unterstellten Mitarbeiter. In dieser Zeit entstanden zwei eigenständige Blumenstillleben, die eine Besonderheit im Gesamtschaffen darstellen. Eines davon ist nun hier zu bewundern.

 

Joseph Anton Koch (1768–1839)

Kloster San Francesco Di Civitella mit Kreuzwegstationen, 1814

Eingebettet in eine imposante gebirgige Landschaft liegt das Kloster San Francesco di Civitella, das in Erinnerung an einen Aufenthalt des Heiligen Franziskus 1224 errichtet wurde. Im Vordergrund des Bildes kniet an einer Kreuzwegstation ein Mönch, gefolgt von einer Gruppe andächtig Betender. Dem Verlauf des Flusses folgend, gelangt der Blick des Betrachters zu einem Kreuzweg, der hinter dem Kloster verläuft.

1794 wanderte Joseph Anton Koch über die Alpen nach Italien, wo er mit einer kurzen Unterbrechung bis zum seinem Tod lebte. In zahlreichen Erinnerungen deutscher Maler, die zeitweilig in Rom lebten, wird er als herausragender Lehrer und Freund erwähnt.

 

Carl Robert Kummer (1810–1889)

Eichen an der Waldwiese mit Hirsch und Hirschkuh, 1846

Die Zeichnung mit der Baumgruppe und den im Schatten der Eichen grasenden Hirsche entstand wahrscheinlich im Wörlitzer Park bei Dessau. Kummer hielt sich 1846 für längere Zeit dort auf. Das Blatt gehört zu der umfangreichen Schenkung des Chemnitzer Juristen, Sammlers und Amateurmalers Dr. Helmut Brückner (1899–1977). Sein besonderes Interesse galt der Zeichenkunst des 19. Jahrhunderts, vor allem den Künstlern aus dem Kreis der Dresdner Romantik. Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) im Jahre 1965 schenkte er ein Jahr später seine Sammlung mit über 3000 Blättern der Grafischen Sammlung.

 

Carl Robert Kummer (1810–1889)

Blick auf einen Teil von Rom, 1832

Rom hatte mit seinen Meisterwerken der Kunstgeschichte eine enorme Anziehungskraft auf  deutsche Künstler. Nach dem Studium an der Kunstakademie in Dresden wurde die künstlerische Entwicklung Kummers überwiegend von Reisen geprägt. Ein Stipendium der Kunstakademie im Jahr 1932 ermöglichte ihm einen mehrjährigen Studienaufenthalt in Italien. Der Blick des Künstlers richtet sich über dem Tiber auf die markanten Bauwerke  Peterskirche und Vatikan. Um die Tiefenwirkung der Ansicht zu verstärken, nutzte er für den fernen Hintergrund einen spitzen harten Bleistift und setzte hingegen im Vordergrund mit brauner Tusche weiche Akzente.

 

Joseph Mattersberger (1754–1825)

Weibliches Bildnis, o. J. / Guss 1789/1802

Dieses Frauenbildnis im antikisierenden Gewand wird in der Literatur als Bildnis der Gräfin Louise Henriette von Wallwitz beschrieben. Es weist jedoch keinerlei Ähnlichkeit mit den überlieferten Porträts der Gräfin auf. Diese Büste gehört zu den frühen Eisengüssen, die Mattersberger für die dortige Gießerei in Lauchhammer perfektionierte. Eisen, als ein entscheidendes Material in der industriellen Revolution, bekommt damit auch in der Kunst des 19. Jahrhunderts neben der üblichen Bronze eine zunehmende Bedeutung.

 

Ferdinand von Rayski (1806–1890) 

Konrad von Posern (1842–1851), 1851

Ein Knabe steht als Ganzfigur mit den Händen in den Taschen und einem ins Leere gerichteten Blick im Bildvordergrund. Gerahmt wird er von einem steingrauen Tor, das ins Dunkle führt. Der fast neunjährige Knabe trägt eine dunkelblaue Hose, einen grauen Kittel mit schwarzem Gürtel und schwarzer Halsbinde. Neben ihm auf dem Boden fällt ein umgefallener, zerbrochener Blumentopf ins Auge. Ferdinand von Rayski malte den Jungen im Auftrag der Eltern in Schloß Pulsnitz, allerdings erst nach dessen frühen Tode. Das Kind verstarb an Scharlach. Das Portrait ist somit ein Gedächtnisbild, das nicht nur der privaten Erinnerung dient, sondern auch eine repräsentative Funktion erfüllte für die Ahnengalerie der sächsischen Adelsfamilie bis es dann 1926 in den Kunsthandel gelangte.

 

Ernst Rietschel (1804–1861)         

Christian Rauch, 1857 / Guss vor 1872

Der klassizistische Bildhauer Christian Daniel Rauch war Ernst Rietschels Lehrer und bekannt für seine naturnahen Porträts. In Verehrung Rauchs machte sich sein Schüler 1857 daran seinen Mentor lebensecht zu porträtieren. Als Vorlage diente ihm eine Tonabformung von Rauchs 1828 entstandener Selbstbildnis-Büste. Wegen ihrer hohen Qualität fand die Büste in Form von Gipsabgüssen schnell Verbreitung. Rietschel selbst führte sie anschließend noch dreimal in Marmor aus.

 

Clara von Sivers (1854-1924)

Blumenstück, 1877

Mit ihren großen Blumen-, Vogel- und Fruchtbildern begeisterte die junge Künstlerin schon um 1873 mit Ausstellungen ihre Zeitgenossen in Kiel. Eine geschmackvolle Komposition, Detailreichtum und Virtuosität in der Ausführung kennzeichnet auch den „Blumenstrauß am Bretterzaun“, der die Wirkung eines „Trompe-l’œil“ entfaltet; eine täuschend echte illusionistische Malerei, die mittels perspektivischer Darstellung Dreidimensionalität suggeriert. Ende 1875 gründete die talentierte Künstlerin mit ihren Schwestern eine Malschule, in der sie junge Damen unterrichtete. Sie heiratete, trennte sich wieder und blieb der Malerei treu, verlegte sich zugleich zunehmend auf kunstgewerbliche Schöpfungen.

 

Friedrich Gottlob Schreiber (1809 – 1888)

Familienbild Justizrat Dr. Emmrich, 1849

Das Gemälde zählt zu den größten und figurenreichsten Werken des Künstlers. Der Maler war um 1839 von Mittweida nach Chemnitz gezogen und gehörte zu den angesehenen Persönlichkeiten der Stadt. Friedrich Gottlob Schreiber betrieb in Chemnitz ein Fotoatelier und fertigte als akademischer Maler überwiegend Porträts. Zu seinen Aufträgen gehört auch dieses prächtige biedermeierliche Familienbild des ebenfalls in Mittweida geboren Dr. Carl August Emmrich (1809-1881). Der Justizrat ist mit seiner Gattin Emilie Louise und den Kindern in gutbürgerlicher Kleidung vor einer prächtigen, parkähnlichen Kulisse dargestellt.

 

Johann Conrad Steiner (1757–1818)

Alter Baum am Wasser, o. J.

Typisch für einen Künstler der Romantik stellten Wald, Bäume und Natur für den Schweizer Maler Johann Conrad Steiner idyllische Sehnsuchtsorte dar. Dass das Bild Alter Baum am Wasser zwar künstlerisch sehr gewandt aber aus einer eher irrationalen Perspektive gezeichnet wurde, erkennt man zum Beispiel daran, dass der Wind aus unterschiedlichen Richtungen zu kommen scheint. Erkennen Sie es?

Der Blick von außen: Dr. Lars Dietrich, 32, Lehrer und Botaniker

 

 

Carl Thieme (1816–1884)

Blick vom Schloßberg auf Chemnitz, 1870

Das Gemälde hält in romantischer Abendstimmung den Blick vom Schloßberg über den Schloßteich in Richtung Innenstadt fest. Von rechts schiebt sich der Ostflügel des ehemaligen Benediktinerklosters ins Bild. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildes befand sich darin die Gaststätte Schloßgarten, bewirtschaftet von der Familie Beyreuther, die sich möglicherweise in Gestalt der Staffagefiguren darstellen ließ. In den Schankbetrieb waren auch die Terrassen einbezogen, von wo aus sich reizvolle Blickbeziehungen zu den historischen Türmen des Stadtzentrums boten. In den Schornsteinen der Sächsischen Maschinenfabrik ist ihnen inzwischen eine unübersehbare Konkurrenz erwachsen.

 

Carl Christian Vogel von Vogelstein (1788–1868)                          

Freiherr Otto Magnus von Stackelberg, 1831

Das Portrait zeigt den Maler und Archäologen Otto Magnus Freiherr von Stackelberg (1787-1837). In repräsentativer Pose sitzt er mit Zeichenmappe und Stift vor der eindrucksvollen Ruine eines griechischen Tempels. Es ist der Tempel des Apollon Epikurios bei Bassae auf Peloponnes in Griechenland, an dessen Freilegung der Freiherr mitgewirkt hatte. Seine Zeichnungen und Studien, ebenso wie seine Kenntnisse der griechischen und römischen Antike wurden hoch geschätzt. Der Porträtierte wurde Mitbegründer des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Das Gemälde selbst entstand 1831 in Dresden von dem ebenso hoch geschätzten Maler und Porträtisten Vogel, der durch den König von Sachsen in den Adelsstand erhoben worden war.

 

Adrian Zingg (1734–1816)

„Schlos und Kirch bei Kemniz“, 1774

Adrian Zingg, der zu den bedeutendsten Vertretern der Landschaftsmalerei im 18. Jahrhundert zählt, dokumentiert den Komplex des ehemaligen Benediktinerklosters, wie er zwischen 1480 und 1530 geformt worden war. Gut zu erkennen sind auch die Veränderungen im Zuge der Umwandlung zum Schloss nach 1550. Der Gebäudebestand erlitt schon wenige Jahre nach dem Entstehen des Blattes erhebliche Einbußen durch Abbrüche, wobei der Verlust der Neuen Abtei (in der Mitte des Bildes) besonders schwerwiegend ist. Insofern kommt der Darstellung neben ihrem künstlerischen Rang auch eine wichtige dokumentarische Rolle zu.