Museum Gunzenhauser

Erich Heckel

17.01.2016 – 17.04.2016

Öffnungs·Zeiten


Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
geöffnet von 11 Uhr bis 18 Uhr

An einigen Feier·Tagen ist zu: Heilig·Abend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester.

Adresse und Kontakt

Stollberger Straße 2
09119 Chemnitz

Telefon 0371 488 7024
Fax 0371 488 7099
E·Mail gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

120 Werke

Die Ausstellung in den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser präsentiert erstmalig und in vollständigem Umfang 120 Werke von Erich Heckel (1883–1970) aus den Kunstsammlungen Chemnitz, der Stiftung Gunzenhauser sowie noch nie gezeigte Dauerleihgaben aus Privatbesitz.

Neben Gemälden werden vorrangig Grafiken aus den Jahren von 1904 bis 1967 präsentiert: frühe Holzschnitte von 1904 mit Widmungen für Heckels engen Freund Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) sowie Arbeiten aus den Brücke-Jahren von 1905 bis 1913 und der Zeit des Ersten Weltkrieges. Das rätselhafte Bild Knabe in der Tram (1912) und die Rekonstruktion des Triptychons Badende (1919) sind zwei Besonderheiten der Ausstellung. Das Triptychon wird anhand einer Originaltafel und zweier Schwarz-Weiß-Reproduktionen zu sehen sein. Es wurde 1922 mithilfe der Stifter Fritz Fischer, Georg Mecklenburg und Felix Stiegler für die Städtische Kunstsammlung Chemnitz (heute Kunstsammlungen Chemnitz) erworben und 1937 verkauft. Später gelangte es in den Besitz von Heckel zurück und wurde geteilt: Die linke Tafel befindet sich heute im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf (Schleswig), die mittlere Tafel übermalte der Künstler vollständig, die rechte Tafel konnte 1995 wiedererworben werden. Während des Nationalsozialismus erhielt Heckel ein Ausstellungsverbot. Die Nationalsozialisten entfernten 746 Werke des Künstlers aus deutschen Museen. Aus der Chemnitzer Sammlung gingen 72 Werke verloren, darunter auch das Triptychon Badende.

Die zahlreichen Originalwerke von Erich Heckel werden durch seltene Originaldokumente aus Heckels Schulzeit in Chemnitz und Archivalien aus dem Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz ergänzt. Sie ermöglichen einen umfassenden Blick auf das Leben und Werk des Künstlers.

Erich Heckel gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Klassischen Moderne. Er war Mitbegründer und Geschäftsführer der Künstlergruppe Brücke und übte großen Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Expressionismus aus. Bei der Gründung der Künstlergemeinschaft Brücke 1905 in Dresden schlossen sich mit Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) und Fritz Bleyl (1880–1966) vier junge Studenten zusammen, um eine antiautoritäre und gesellschaftskritische Reformbewegung ins Leben zu rufen. In euphorischer Aufbruchsstimmung stellten sich Heckel und seine Künstlerkollegen tradierten Werten entgegen und schufen einen eigenen Lebensentwurf. Heckels stete Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten für das eigene Empfinden, verbunden mit der persönlichen Auseinandersetzung mit lyrischen und poetischen Werken, brachte individuelle und sensible Arbeiten hervor.

Ursprung und Ausgangsort der Entwicklung Heckels ist die Stadt, in der er seine Schulzeit verbrachte und dessen Sammlungen und Ausstellungen er häufig besuchte. Wie Kirchner und Schmidt-Rottluff verbrachte auch Heckel seine Kindheit in Chemnitz. Für Heckels persönliche künstlerische Entwicklung, seinen Werdegang und sein ganzes Leben waren vor allem seine außerschulischen Aktivitäten und Kontakte in Chemnitz von Bedeutung. Sein Interesse an Kunst und Literatur führte ihn zum Debattierklub Vulkan, einer 1901 gegründeten Verbindung von Schülern des Königlichen Gymnasiums auf dem Kaßberg (heute Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium). Dem Klub gehörten Max Unger (1883–1959), Paul Holstein (1884–1947), Fritz Cohn (1885–1942) und Karl Schmidt aus Rottluff an. Besonders mit Schmidt-Rottluff verband Heckel – vom ersten Treffen an bis zu seinem Tod – eine lebenslange, fast 70-jährige Freundschaft. Auch wenn sich die Wege einiger Vulkan-Mitglieder nach dem Abitur trennten, wurden alle Mitglieder der Brücke: Heckel und Schmidt-Rottluff gehörten zu den aktiven Mitgliedern, Holstein, Unger und Cohn zu den Passivmitgliedern.

Die erste Station einer der frühen Wanderausstellungen mit Holzschnitten der Brücke fand 1906 in Chemnitz statt. Chemnitz, vor allem aber der Kunstverein Kunsthütte zu Chemnitz und das Museum am Theaterplatz sollten auch nach Auflösung der Brücke 1913 für Heckel eine besondere Bedeutung behalten. Er besuchte die Kunsthütte in den 1920er-Jahren regelmäßig. Nachdem 1921 die erste Einzelausstellung Heckels in Chemnitz stattgefunden hatte, entschied sich der damalige Direktor der Kunstsammlungen Friedrich Schreiber-Weigand genau zehn Jahre später, ebenfalls hier die erste umfangreiche Retrospektive des Künstlers zu präsentieren. Zur Eröffnung dieser Ausstellung 1931 bezeichnete Ludwig Thormaehlen von der Nationalgalerie Berlin Chemnitz als „geistige Wiege des Künstlers“.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die neue Forschungsergebnisse, vor allem zur Chemnitzer Zeit Erich Heckels aufweist. In einer mehrteiligen Vortragsreihe werden verschiedene Aspekte von Erich Heckels Leben und Werk vorgestellt.

FÜHRUNGEN   
Samstag, Sonntag, Feiertag 14 Uhr

KATALOG 23 Euro

PLAKATE je 5 Euro

POSTKARTEN je 1 Euro

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BEGLEITPROGRAMM – VORTRÄGE

Dienstag, 26. Januar 2016, 19 Uhr
Aufbrüche und Ängste
Europa vor dem Ersten Weltkrieg als Zeitkontext der Brücke

PD Dr. Stefan Gerber, Jena
lehrt Religionsgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Dienstag, 2. Februar 2016, 19 Uhr
Kunstreligion
Zur prekären Beziehung von Kunst und Religion in der Moderne

Prof. Dr. Reinhard Hoeps, Münster
lehrt Systematische Theologie und ihre Didaktik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

>> !!! Der Vortrag am 2. Februar muss leider entfallen und wird auf den 17. März 2016 um 19 Uhr verschoben !!!

Dienstag, 16. Februar 2016, 19 Uhr
Im Kampf um die Brücke
Die Familie Gurlitt als früher Förderer

Dr. Meike Hoffmann, Berlin
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Entartete Kunst an der
Freien Universität Berlin.

Mittwoch, 2. März 2016, 17 Uhr
Restauratorenführung durch die Ausstellung
Svea Saladie, Restauratorin Papier
Detlef Göschel, Restaurator Malerei und Plastik

Dienstag, 12. April 2016, 19 Uhr
Erich Heckel – Karl Schmidt-Rottluff. Eine Künstlerfreundschaft
Dr. Janina Dahlmanns, Berlin
2016 erschien Janina Dahlmanns Dissertation Erich Heckels Werk der Zwischenkriegsjahre 1919–1937 im Verlag Dr. Kovač.

Die Vortragsreihe findet in Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt.

Die Häuser der Kunstsammlungen Chemnitz

Museum Gunzenhauser, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober

Museum Gunzenhauser

Das Museum Gunzenhauser gibt es seit 2007. Hier sehen Sie viele Kunst·Werke, die nach dem Jahr 1900 entstanden sind.

Mehr erfahren
  • Öffnungs·Zeiten


    Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
    geöffnet von 11 Uhr bis 18 Uhr

    An einigen Feier·Tagen ist zu: Heilig·Abend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester.

  • Preise

    Der Eintritt kostet 14 Euro.
    Der Eintritt mit Ermäßigung kostet 9,50 Euro.
    Ermäßigung bekommen zum Beispiel

    • Kinder bis 17 Jahre
    • Menschen mit Schwer·Behinderung
    • und viele andere.

    Fragen Sie bitte an der Kasse nach.

    Tickets
  • Museumsshop

    Publikationen, Postkarten, Plakate und sonstige Museumsartikel sind an der Museumskasse erhältlich.
    Bestellungen richten Sie bitte an service.kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de oder an die Faxnummer +49 (0)371 488 4498. Nutzen Sie hierfür bitte unser Bestellformular.

  • Adresse und Kontakt

    Stollberger Straße 2
    09119 Chemnitz

    Telefon 0371 488 7024
    Fax 0371 488 7099
    E·Mail gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

  • Barriere·Freiheit

    Der barrierefreie Eingang ist Stollberger Straße 2.
    Rollstuhl·Nutzer können alle Räume besuchen.

    Blinden·Hunde und Therapie·Hunde dürfen mit ins Museum.
    Für blinde Menschen gibt es einige Tast-Bilder.

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