Malerei 1946-2019
Der international renommierte französische Maler Pierre Soulages zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegsmoderne und des 20. Jahrhunderts. Er gehört der Generation der Künstler:innen an, die im Informel, dem Gestischen und der Abstraktion die Vollendung der modernen Kunst und des modernen Menschen sahen. Hier wird Abstraktion nicht als reine Vergeistigung gedacht, sondern als Befreiung der Kunst und Angebot an die Betrachter:innen, sich allein der künstlerischen und ästhetischen Gegenwart zu stellen.
Pierre Soulages konzentriert sich seit den späten 1970er Jahren auf eine hoch verdichtete und opak aufgetragene schwarze Farbschicht auf der Leinwand. Ihn interessiert dabei, wie sich in der modulierten Farbe das Umgebungslicht bricht, und wie wir als Betrachter:innen das Licht und die Farbe im Wandel wahrnehmen. Deswegen gilt Soulages als Maler des Lichts, da sich dieses auf immer neue Art und Weise auf den unterschiedlichen Texturen der Bildoberflächen bricht. In der Ausstellung wird Soulages als herausragender Vertreter der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts und des Abstrakten Expressionismus nach 1945 gezeigt, der nach wie vor einer der produktivsten Maler der Gegenwart ist. Die Ausstellung führt in einem großen Überblick von den 1940er Jahren in die jüngste Zeit, da ein Ziel der Ausstellung ist, neben der Würdigung seines Gesamtwerks auch seine Bedeutung für die Gegenwartskunst darzustellen.
Aus Anlass seines 100. Geburtstags gewährte der Pariser Louvre dem Künstler 2019 eine große Ausstellung im Salon Carré – eine seltene und nur den wichtigsten Künstler:innen vorbehaltene Ehre. Nun zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz in Kooperation mit dem Museum Frieder Burda die zweite große Museumsausstellung in Europa anlässlich seines Geburtstages. Sie wurde kuratiert von Alfred Pacquement und Udo Kittelmann und in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und dem Musée Soulages in Rodez vorbereitet.
Anlässlich der Ausstellung ist im Hirmer Verlag erschienen. Der Katalog ist an den Museumskassen oder unter service.kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de erhältlich.
Sprache: Deutsch|Englisch
23 x 30cm, 216 Seiten, 113 Abbildungen
ISBN: 978-3-96912-012-5
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Pierre Soulages (geb. 1919 in Rodez, Frankreich; lebt und arbeitet in Paris und Sète, Frankreich) ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der gegenstandslosen Malerei in Frankreich. Er gehörte zur Nouvelle École de Paris und entwickelte bereits 1946 seine ersten ungegenständlichen Bilder, die sich durch kräftige, meist schwarze Farbbalken auf hellem Grund auszeichnen. Durch seine Hinwendung zur totalen Gegenstandslosigkeit, die nichts abbildet, nichts anderes als sich selbst repräsentiert, stellte er die traditionellen Werte der Malerei radikal infrage. 1979 begann eine neue Phase seines Schaffens, eine Malerei, die er „Outrenoir“ nennt, „jenseits von Schwarz“. Nicht allein durch die Wahl der Materialien (zum Beispiel Walnussbeize und Teer) sowie Werkzeuge (Bürsten, Eisenhaken und Spachtel) nimmt Soulages in der Malerei eine singuläre Position ein. Das Buch dokumentiert den Werdegang des Künstlers von den Anfängen nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute und zeigt die Entwicklung seines Œuvres in seiner – gerade angesichts eines so außergewöhnlich langen Schaffensprozesses – beeindruckenden Kohärenz.



























