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Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren vom 23. Februar bis zum 4. Mai 2014 die Ausstellung K.O. Götz – zum 100. Geburtstag. Die Schau stellt einen repräsentativen Querschnitt durch den über 150 Werke umfassenden Chemnitzer Bestand dar. Zudem wird dieser erstmals in einem umfangreichen Ausstellungs- und Bestandskatalog publiziert. Die Ausstellung wird am 100. Geburtstag des Künstlers – Samstag, den 22. Februar 2014, um 18.15 Uhr – eröffnet.

Karl Otto Götz (*1914) gehört neben Peter Brüning, Otto Greis, Gerhard Hoehme, Emil Schuhmacher, K.R.H. Sonderborg und Bernard Schultze zu den Hauptvertretern des deutschen Informel. Diese Stilrichtung prägte ab 1950 als Pendant zum Abstrakten Expressionismus in den USA während knapp eines Jahrzehnts maßgeblich die Kunst in der Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa. K.O. Götz zählt zu den letzten noch lebenden Protagonisten des deutschen Informel.


Seit den 1930er Jahren bis heute schuf K.O. Götz ein äußerst vielfältiges und umfangreiches Werk, das von unbändiger Neugier und Experimentierfreude geprägt ist. Dies spiegelt sich auch in den ausgestellten Werken wider. Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren in ihrer Schau neben einer repräsentativen Auswahl an Lithografien, drei Gemälde, das Stahlrelief „Ingrid“, das große Glasfenster im Treppenhaus des Museums am Theaterplatz sowie die dazugehörigen Entwurfszeichnungen. Alle diese Werke entstanden zwischen 1958 und 2004 und gelangten über mehrere großzügige Schenkungen des Künstlers sowie seiner Frau Rissa und ihre gemeinsame Stiftung in den Besitz der Kunstsammlungen.


Als Initialzündung für das informelle Schaffen von Götz gilt seine im Sommer 1952 gefundene neue Maltechnik, die auf der Rakel (einem Stück Holz mit Gummilippe) und einer Mischung von Kleister und Gouachefarbe basiert. Diese Technik, die Götz bis heute anwendet, ermöglichte es dem Künstler, fortan Gemälde in hoher Geschwindigkeit und Spontaneität zu schaffen, in denen er den malerischen Zufall präzise kontrolliert. Dabei greifen während des Arbeitsprozesses künstlerische Aktion und Reflexion eng ineinander. Im Ergebnis entstehen dadurch Schwünge, Wirbel, Farbspritzer, Schlieren und Verwerfungen, die allesamt auf einer nicht-linearen Abstraktion aufbauen. Vorne und Hinten, Figur und Grund, sind zudem in diesen Bildern derart eng miteinander verflochten, dass eine Abgrenzung innerhalb des Bildraumes kaum mehr möglich ist. Darüber hinaus wendet Götz seine einmal gefundene Maltechnik auch immer wieder auf andere Objekte und Bereiche an wie Keramiken, Terrakotten, Stahlreliefs und Luminografien.


In dem zur Ausstellung erscheinenden Bestandskatalog werden erstmals alle sich im Besitz der Kunstsammlungen Chemnitz befindenden Werke vollständig publiziert und durch zwei ausführliche Essays wissenschaftlich aufgearbeitet. Prof. Dr. Melanie Franke ordnet Götz‘ Schaffen in den weiteren kunst-, kultur- und sozialhistorischen Kontext des 20. Jahrhunderts ein. Außerdem bietet Ausstellungskurator Cornelius Krell in seinem Essay eine profunde Einführung in den umfangreichen Sammlungsbestand der Werke von Götz in den Kunstsammlungen Chemnitz. Der Katalog erscheint zweisprachig in deutscher und englischer Sprache.

Wir danken Karl Otto Götz und Rissa sowie der K.O. Götz und Rissa-Stiftung herzlich für die großzügigen Schenkungen.


Mit freundlicher Unterstützung


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RAHMENPROGRAMM

FILM


Europäische Kulturporträts: K.O. Götz – Maler des Informel
Regie Christel Körner, Produktion des Südwestfunks/3SAT, 1989, 45 Minuten

Mit freundlicher Genehmigung des  SWRDachmarke_Blau_rgb.jpg

VORTRAG

Freitag, 25. April 2014, 18 Uhr
Karl Otto Götz, Lithografie und Abstrakter Expressionismus
Dr. Tobias Vogt, Freie Universität Berlin


© Kunstsammlungen Chemnitz 2016