Museum Gunzenhauser

ANTES GRÜTZKE HÖDICKE FETTING

05.05.2012 – 27.10.2012

Opening hours

Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
closed 24., 25. & 31.12.

Address and Contact Information

Falkeplatz, 09112 Chemnitz
Mailing address and barrier-free access:
Stollberger Straße 2, 09119 Chemnitz
T +49 (0)371 488 7024, F +49 (0)371 488 7099
gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

Positionen figurativer Malerei der 1960er bis 1980er Jahre

Vom 5. Mai bis 4. November 2012 zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz im Museum Gunzenhauser eine Zusammenstellung von Werken der so genannten Neuen Figuration im Westen Deutschlands aus den 1960er bis 1980er Jahren. Zu sehen ist eine Auswahl aus dem Bestand des Museums mit Werken der Künstler Horst Antes, Johannes Grützke, Karl Horst Hödicke und Rainer Fetting. Zu den zentralen Protagonisten der Neuen Figuration gehört Johannes Grützke (*1937). Anlässlich seines 75. Geburtstages am 30. September 2012 wird seinem Werk ein gesamter Raum im Museum gewidmet, in dem – neben den großformatigen Gemälden „Die Erziehung des Alexander“ und „Der Faunsbesuch“ – vor allem eine Auswahl aus seinen zahlreichen Selbstporträts zu sehen ist. Begleitend werden Arbeiten von Karl Horst Hödicke (*1938) und seinem Schüler Rainer Fetting (*1949) sowie von Horst Antes (*1936) gezeigt, die mit ihren Werken eine jeweils eigenständige Form gegenständlichen Ausdrucks gefunden haben und zu den wesentlichen Vertretern gehören.

Horst Antes (*28. Oktober 1936 in Heppenheim)
Horst Antes entwickelt in den 1960er Jahren seinen sehr individuellen Beitrag zur gegenständlichen Kunst im Nachkriegsdeutschland. Während die informellen Maler international als Vertreter eines geistig freien Deutschlands präsentiert werden, gelangt Antes innerhalb weniger Jahre zu einer bis heute mit ihm verbundenen Bildsprache: den Kopffüßlern. Als Schüler HAP Grieshabers an der Karlsruher Akademie findet der junge Maler von anfänglich aus der Farbe begriffenen gestischen Formationen zu der ihn für mehr als zwei Jahrzehnte beschäftigenden „Figurierung“, zusammengesetzt aus einzelnen archaisch wirkenden, übergroßen, Bild beherrschenden Körperteilen. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre gelangt er zur endgültigen Form des Kopffüßlers, die in ihren Teilen auf die wesentlichen Elemente des menschlichen Körpers reduziert ist: den Kopf als Sitz des Denkens und die Gliedmaßen als die physische Voraussetzung zur Umsetzung der Gedanken. In ihrer kindlich-naiven Natürlichkeit und Andersartigkeit lassen sich Antes’ Kopffüßler als Kritik an der mechanistischen Industriegesellschaft der 1960er Jahre begreifen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten der intensiven Auseinandersetzung mit der Figur des Kopffüßlers malt Horst Antes 1986 sein erstes Hausbild und begründet damit ein neues Motiv, das ihn in Form seriellen Arbeitens über viele Jahre beschäftigt. Der Kopffüßler bekommt eine Behausung, die dem verletzlich anmutenden Wesen Schutz und Geborgenheit zu bieten vermag. So zeigt der motivische Übergang um 1987/88 denn auch Darstellungen, in denen die dem Kopffüßler nachfolgenden Schablonenfiguren im Zusammenhang mit den Häusern auftritt. Draußen davor oder im Inneren tritt sie in neuer Umgebung auf.

Johannes Grützke (*30. September 1937 in Berlin)
Während auf den großen nationalen und internationalen Ausstellungen der 1950er- und 1960er-Jahre die gegenstandslose Kunst und die aus Amerika kommende Pop Art dominieren, arbeiten Künstler wie Johannes Grützke bewusst gegen den Strom der Zeit in figurativ-realistischer Manier. Während des Studiums verdient sich Grützke sein Geld als Kulissenschieber im Berliner „Theater des Westens“. In dieser Zeit entwickelt sich eine intensive Bindung zum Theater, die sich wesentlich auch in Grützkes künstlerischem Werk niederschlägt. Vor allem für Inszenierungen Peter Zadeks entwirft er ab 1979 zahlreiche Bühnenausstattungen. 1973 gründet Johannes Grützke zusammen mit drei weiteren Malern in seinem Berliner Atelier die „Schule der Neuen Prächtigkeit“. Fünf Jahre besteht der lose Zusammenschluss der Künstler, der sich 1974 in einer großen Ausstellung in zehn deutschen Städten präsentiert. Nachdem Grützkes Thema zunächst der Zustand der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft ist, den er ironisch gebrochen darstellt, aktiviert er in den 1970er-Jahren die Allegorie als künstlerische Ausdrucksweise. In großformatigen Bildern setzt er sich, angelehnt an die traditionelle Historienmalerei, mit bekannten Stoffen der abendländischen Kulturgeschichte auseinander und entwickelt sie in seiner gewohnt ironischen Bildsprache zu modernen Allegorien.

Karl Horst Hödicke (*21. Februar 1938 in Nürnberg)
Zur gleichen Generation wie Grützke und Antes gehörend entwickelt Karl Horst Hödicke seine Malerei ähnlich Letzterem aus informellen Anfängen heraus und als deutliche Gegenposition zur vorherrschenden Abstraktion. 1964 ist er Gründungsmitglied der Produzentengalerie Großgörschen 35, deren disparate Künstlerschaft ein ausdrückliches Bekenntnis zur Figuration eint. Seit seinem Studium in Berlin lebend, betätigt sich Hödicke in unterschiedlichsten künstlerischen Zusammenhängen, kehrt jedoch immer wieder zur Malerei zurück, in der er in expressiver Form die „Mythen des Alltags“, gesellschaftliche Zustände und die unmittelbare deutsche Gegenwart thematisiert. Mitte der 1980er Jahre entstehen mit dem „Berliner Ring“ Arbeiten, die sich dezidiert mit der Teilung Deutschlands auseinandersetzen. In der für ihn charakteristischen Schnellmalerei mit stark verdünnter Farbe gestaltet Hödicke 1986 mit „Schlaf der Freiheit“ ein hochpolitisches Gemälde: Eine weibliche Figur liegt auf der westlichen Seite vor der Berliner Mauer mit dem Brandenburger Tor, auf dem die bundesdeutsche Flagge gehisst ist, und hütet einen zarten Keim – den Keim der Freiheit.

Rainer Fetting (*31. Dezember 1949 in Wilhelmshaven)
Um 1980 tritt in Berlin, Köln und Düsseldorf eine junge Generation von Künstlern an die Öffentlichkeit, die sich dezidiert der immer wieder tot gesagten Malerei widmet. In Form großformatiger Leinwandgemälde präsentieren die „Neuen Wilden“ ihre Werke, die eine unmittelbare expressive Sprache kennzeichnet. Zu diesen mit den bürgerlichen Konventionen der Nachkriegsgesellschaft brechenden Künstlern gehört auch der Hödicke-Schüler Rainer Fetting. Bis heute arbeitet er bewusst figurativ und macht sich den Menschen sowie die Stadtlandschaft Berlins und New Yorks, wo er zwischen 1982 und 1994 lebte, zum Thema. Dabei ist es immer wieder die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, die sein Werk durchzieht. Der Titel ist bei ihm Programm, zum Beispiel zeigt das Gemälde „Selbst – roh“ den skeptisch fragenden Blick des Malers auf sich selbst. Auf roher Leinwand trägt er in heftigem Gestus mit wenig Farbe sein Brustbild auf, das nur im Bereich der Sinnesorgane Augen, Nase, Mund detaillierter ausgearbeitet ist. Zurück bleibt der bewegende Eindruck einer fragwürdig gewordenen modernern Existenz im Ausgang des 20. Jahrhunderts.

The houses of the Kunstsammlungen Chemnitz

Museum Gunzenhauser, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober

Museum Gunzenhauser

The Museum Gunzenhauser houses the collection of the Munich gallery owner Dr. Alfred Gunzenhauser and holds more than 3,000 works by 270 artists, including works of classic modern art and from the second half of the 20th century. The owner is the Gunzenhauser Foundation.

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  • Opening hours

    Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
    closed 24., 25. & 31.12.

  • Admission

    General admission 10 Euros, reduced admission 6,50 Euros

    For children and adolescents through age 17, as well as for students of the Technical University Chemnitz, holders of a Chemnitzpass, and chaperones to severely handicapped persons, admission is always free.
    For further information regarding individual and group admission fees and combination tickets valid for more than one of the museums within the Kunstsammlungen Chemnitz, please see the schedule of fees (Entgeltordnung).

    Tickets
  • Museum Shop

    Publications, postcards, posters, and other merchandise are available at the ticket counter.
    Orders may be e-mailed to service.kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de or faxed to +49 (0)371 488 4498. Kindly use our order Form (Bestellformular).

  • Address and Contact Information

    Falkeplatz, 09112 Chemnitz
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    gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

  • Barriere·Freiheit

    Der barrierefreie Eingang ist Stollberger Straße 2.
    Rollstuhl·Nutzer können alle Räume besuchen.

    Blinden·Hunde und Therapie·Hunde dürfen mit ins Museum.
    Für blinde Menschen gibt es einige Tast-Bilder.

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