Kunstsammlungen am Theaterplatz

Grimmling

17.07.2016 – 04.09.2016

Opening Hours

Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
closed 24., 25. & 31.12.

Address and Contact Information

Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz
T +49 (0)371 488 4424
kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de

Position

Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren 15 großformatige Gemälde des Künstlers Hans-Hendrik Grimmling (*1947). Als Protagonist und Widersacher der sogenannten Leipziger Schule setzte er sich sowohl künstlerisch als auch politisch intensiv mit den Handlungsmöglichkeiten in der DDR auseinander, bis er schließlich 1986 nach West-Berlin übersiedelte. Die Chemnitzer Ausstellung skizziert mit Gemälden der frühen neunziger Jahre bis heute Grimmlings kontinuierliche Neupositionierung zu Figuration und Abstraktion – zwei der großen Pole in der Malerei. Das Zusammenspiel der Formen und Motive der Gemälde führt seine Ambitionen im politischen Raum auf der bildästhetischen Ebene fort.

Die künstlerische Arbeit Hans-Hendrik Grimmlings war in den siebziger und achtziger Jahren von zahlreichen Ausstellungs- und Kunstaktionen sowie politischen Initiativen durchzogen. Dabei überschritt Grimmling sowohl in seiner Kunst als auch ausstellungspolitisch von offizieller Seite gesetzte Grenzen. Dieses Motiv der Grenzüberschreitung wird konkret an der Ausstellung „Tangente“ von 1978 deutlich, die Grimmling gemeinsam mit seinem Freundeskreis entwickelte. Darin forderten und verfolgten die Künstler gezielt einen intermedialen Ansatz. Am Aufgreifen dieses noch jungen Begriffs aus der Kultur- und Medienwissenschaft lässt sich die Relevanz der jungen Leipziger in jener Zeit ablesen. Gleichzeitig steht der Begriff in Grimmlings Œuvre für eine Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen des eigenen künstlerischen Mediums: Einerseits konfrontiert mit dem offiziellen Stil der DDR-Ideologie, andererseits getrieben von seinen eigenen Interessen, war die Zeit vor seiner Übersiedelung von einer intensiven Formsuche geprägt.

Das Movens dieser Aushandlung ist dabei auch heute noch fest in Grimmlings Malerei eingeschrieben, welche die große Konstante seines künstlerischen Schaffens darstellt und in der Ausstellung der Kunstsammlungen Chemnitz eine facettenreiche Präsentation findet. In den Gemälden des Künstlers erscheinen immer wieder verknotete Formen, „gordische knoten“, die sich zwischen figurativen Abstraktionen und abstrakten Figurationen bewegen. Ähnlich ambivalent verhalten sich die Titel zum Werk: Sie bezeichnen das Dargestellte jedoch in poetisch metaphorischer Sprache, wodurch dem Betrachter ein Interpretationsspielraum offen bleibt. Dadurch formieren sich auf seinen Gemälden hybride Zeichen, die zugleich lesbares Symbol (Flügel, Fächer, Segel oder Kreuze), gegenständliches Motiv (Hände und Gesichter) und abstrakte Form sind. Die Mehrdeutigkeit, die sich daraus immer wieder ergibt, ist Ausdruck einer existenzialistischen Suche nach individueller Repräsentation, die Abbild und Imagination verbindet.

In Zwenkau bei Leipzig geboren, studierte Hans-Hendrik Grimmling zunächst in Dresden und ab dem zweiten Studienjahr an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (1970–1974) im Umfeld der Leipziger Schule – wie von Bernhard Heisig, Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer. Neben diskursiven Auseinandersetzungen an der Hochschule wurde sein Freundeskreis zunehmend wichtiger. Als Korrektur der offiziellen Ausstellungspolitik planten sie 1977 in Leipzig die Ausstellung „Tangente“ und realisierten 1984 den „1. Leipziger Herbstsalon“. Sein Ideal des autonomen Handelns führte Grimmling in der DDR in eine Sackgasse und zur Übersiedelung in die BRD. Trotz der veränderten Rahmenbedingungen weist Grimmlings Werk in Thematik und Gestus eine deutliche Konstante auf. Seine formalästhetischen Bildfindungen sind von hoher Eindringlichkeit. Als Vorbild kann hinsichtlich seiner Verbundenheit mit dem Schwarz sowie seiner Symbolik Max Beckmann angeführt werden. Auf den Engländer Francis Bacon verweisen Grimmlings Verankerung im Gegenständlichen einerseits und andererseits seine figurativen Entfremdungen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (16 Euro) mit Beiträgen von Christoph Tannert und Peter Hermann sowie einem Interview der Kuratorin Viktoria Wilhelmine Tiedeke mit dem Künstler. Wir danken Hans-Hendrik Grimmling herzlich für seine Unterstützung.

Kuratorenführungen mit Viktoria Wilhelmine Tiedeke
Donnerstag, 11. August 2016, 17 Uhr
Donnerstag, 25. August 2016, 17 Uhr

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The houses of the Kunstsammlungen Chemnitz

Kunstsammlungen am Theaterplatz, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober

Kunstsammlungen am Theaterplatz

The Kunstsammlungen am Theaterplatz are among the largest civic art collections in Germany and cover all genres of artistic production, from painting and sculpture to graphic art and decorative art, with a special focus on textiles.

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  • Opening Hours

    Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
    closed 24., 25. & 31.12.

  • Admission

    General admission 10 Euros, reduced admission 6,50 Euros

    For children and adolescents through age 17, as well as for students of the Technical University Chemnitz, holders of a Chemnitzpass, and chaperones to severely handicapped persons, admission is always free.
    For further information regarding individual and group admission fees and combination tickets valid for more than one of the museums within the Kunstsammlungen Chemnitz, please see the schedule of fees (Entgeltordnung).

    Tickets
  • Museum Shop

    Publications, postcards, posters, and other merchandise are available at the ticket counter and in the museum shop.
    Orders may be e-mailed to service.kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de or faxed to +49 (0)371 488 4498. Kindly use our order form (Bestellformular).

  • Address and Contact Information

    Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz
    T +49 (0)371 488 4424
    kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de

  • Accessibility

    For barrier-free access, a visitor guidance system with an inclusive floor guidance system, orientation boards with Braille and pyramid writing and an elevator at ground level to all exhibition floors are available at Theaterplatz. Further information can be found at inclusion and accessibility.

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