Museum Gunzenhauser

JENS SCHUBERT

07.03.2015 – 25.05.2015

Address and Contact Information

Falkeplatz, 09112 Chemnitz
Mailing address and barrier-free access:
Stollberger Straße 2, 09119 Chemnitz
T +49 (0)371 488 7024, F +49 (0)371 488 7099
gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

Opening hours

February to May 2026: Wed – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
from June 2026: Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
closed 24./25./31.12.

PROMETHIUM

!!! Bis 31. Mai 2015 verlängert !!!

In der Ausstellung werden die farbenprächtigen, großformatigen Linolschnitte des in Schwarzenberg geborenen Künstlers gezeigt.

Der Linolschnitt bildet die Grundlage von Jens Schuberts künstlerischem Schaffen. Sein Interesse an dieser Technik besteht jedoch nicht in ihrer traditionellen Anwendung. Es ist das Potenzial des Hochdruckes, aus dem er schöpft. Die Technik schreibt sich einerseits in Schuberts eigene Arbeitsweise ein, andererseits beugt er die Technik, um sie der individuellen Strategie anzupassen. Sie unterwirft sich dem Willen, ein Bild in bestimmten ästhetischen Grenzen zu gestalten und zu produzieren.

Mit dem Linolschnitt lassen sich Flächen, geometrische Figuren und Farbverläufe drucken, ebenso Kanten, Aussparungen, Strukturen und Linien. Sie erhalten durch die Beschaffenheit des Materials und die Unmittelbarkeit des Druckes eine präzise, kühle und klare Strenge. Die verschiedenen Druckstöcke und Formmodule lassen sich schier endlos übereinander drucken und beliebig auf dem Papier platzieren. Sie werden zum Stempel. Folgerichtig ist die Komposition nicht mehr an die Größe des Druckstockes gebunden, sondern innerhalb des Papierformates frei entwicklungsfähig. Farbschichten legen sich über Farbschichten. Kompositionen wachsen und werden wieder überdruckt. Material häuft sich an, wird gestapelt und verworfen. Die Form des Bildes wächst durch den kontinuierlichen Versuch. Arbeitsspuren, Fingerabdrücke und Deckungsdifferenzen bleiben als Zeugnisse des Druckprozesses sichtbar. Nach und nach fügt sich alles zusammen. Dieser Logik folgend ist jede Arbeit auch ein Einzelstück, ein Unikat.

Analog zur Technik entwickelte sich das Symbol zum thematischen Schwerpunkt in Schuberts Arbeit. Symbole sind eine urmenschliche Veranlagung, die Welt und das stattfindende Leben in sich wiederholende und ähnelnde Muster, Kategorien und Systeme einzuteilen. Sie existieren in allen Kulturen und Gesellschaften. Erschließen lassen sie sich für Schubert mehr über eine stark emotionale Ebene als über eine rationale Herangehensweise. In seiner Arbeit trägt er diese Symbole zusammen. Sie werden gesammelt, untersucht, ausgewertet, verwertet, geordnet, systematisiert, kategorisiert. Die Quellen reichen von der Hochkultur, Popkultur über Architektur, Design und Mode bis hin zu Zeichentrickfilmen, Comics, Computerspielen und Fantasy. Es sind Zeichen wie der Stern, das Auge oder Dreieck, Phänomene wie Flammen, Lichter und Wolken, Gegenstände aus dem Alltag und kultischen Ritualen sowie Formen aus der Natur, welche eine kulturelle Bedeutung erfahren haben und ihm als Fundus dienen.

Von Interesse ist dabei für Schubert, die Symbole zu demontieren, sie von ihrer aktuellen, derzeitig präsenten Bedeutung zu isolieren, um ihren archetypischen Kern, die Basis also, freizulegen. Die Hülle, die konkrete Form des Symbols, wird dabei nicht angetastet. Einerseits, weil sie einen Widererkennungswert hat und somit als Anker und Wegweiser dient, andererseits, weil sie eine von vielen möglichen Formen ein und derselben Sache ist. Denn in einer sich fortlaufend modernisierenden Gesellschaft erlangt das Symbol eine starke Individualisierung und Vielfalt. Es formt sich immer seltener aus gemeinschaftsbildenden oder religiösen, allgemein anerkannten Ritualen, Mythen und Geschehnissen, sondern setzt sich aus Fragmenten persönlicher Vorlieben, Erfahrungen, Prägungen und Einflüssen aus Umfeld, Sozialisierung und Werdegang zusammen. So wird es möglich, ein kulturelles Welt- und Wertesystem zu imitieren, aber ebenso einen eigenen Kosmos zu erschaffen.

Der Text beruht auf Jens Schuberts Statement aus seinem Portfolio.

Die Ausstellung bildet die Fortsetzung der Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser, die jungen Künstlerinnen und Künstlern aus Sachsen die Möglichkeit bietet, in direkter Nähe zu und in Auseinandersetzung mit Vorbildern und Vorgängern Werke in einem musealen Kontext zu präsentieren.

 

 

Rahmenprogramm

WORKSHOP
Theorie und Praxis: Der Linoldruck

ab Donnerstag, 19. März 2015, 16.30 Uhr (zweiwöchentlich immer donnerstags)
Führung durch die Ausstellung und anschließender Workshop
Anmeldung unter: 0371 488 4427 oder katharina.koenig@stadt-chemnitz.de

Im Gespräch – Künstler und Kuratorin
Donnerstag, 23. April 2015, 18 Uhr
mit Jens Schubert und Anja Richter

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung und die Sammlung
Samstag, Sonntag und Feiertag 12 Uhr

The houses of the Kunstsammlungen Chemnitz

Museum Gunzenhauser, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober

Museum Gunzenhauser

The Museum Gunzenhauser houses the collection of the Munich gallery owner Dr. Alfred Gunzenhauser and holds more than 3,000 works by 270 artists, including works of classic modern art and from the second half of the 20th century. The owner is the Gunzenhauser Foundation.

Learn More
  • Admission

    General admission 10 Euros, reduced admission 6,50 Euros

    For children and adolescents through age 17, as well as for students of the Technical University Chemnitz, holders of a Chemnitzpass, and chaperones to severely handicapped persons, admission is always free.
    For further information regarding individual and group admission fees and combination tickets valid for more than one of the museums within the Kunstsammlungen Chemnitz, please see the schedule of fees (Entgeltordnung).

    Tickets
  • Combination Ticket – Art Collections at Theaterplatz and Gunzenhauser Museum

    From November 4, 2025: general admission 18 euros, reduced admission 12 euros

    Tickets
  • Combination Ticket – All Museums Including Rabenstein Castle

    From November 4, 2025: general admission 28 euros, reduced admission 19 euros

    Tickets
  • Opening hours

    February to May 2026: Wed – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
    from June 2026: Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
    closed 24./25./31.12.

  • Getting there

    Stollberger Straße 2, Chemnitz
    Getting there from Chemnitz Main Station: tram no. 4 (direction Hutholz) to the Falkeplatz/Museum Gunzenhauser stop

  • Barriere·Freiheit

    Der barrierefreie Eingang ist Stollberger Straße 2.
    Rollstuhl·Nutzer können alle Räume besuchen.

    Blinden·Hunde und Therapie·Hunde dürfen mit ins Museum.
    Für blinde Menschen gibt es einige Tast-Bilder.

You might also be interested in

Presentation of the Collection

Gothic Sculpture in Saxony

Presentation of the Collection

Romanticism and Modernism

01.05.2026 – 01.11.2026

The History of the Great Hall

29.05.2026 – 04.10.2026

An Unfinished Story

Die Kunstsammlung von Lola und David Leder in Chemnitz

26.06.2026 – 20.09.2026

Verlassene und verschwundene Bauwerke in Chemnitz Fotografien von Christian Sünderwald

04.07.2026 – 01.11.2026

03.10.2026 – 11.04.2027

Allegorien des Lebens (Allegories of Life)

Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer

03.10.2026 – 21.02.2027

Mythos (Myth)

Von Göttern zu Superheldinnen