Museum Gunzenhauser

Leben ist Glühn

05.03.2017 – 18.06.2017

Opening hours

Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
closed 24., 25. & 31.12.

Address and Contact Information

Falkeplatz, 09112 Chemnitz
Mailing address and barrier-free access:
Stollberger Straße 2, 09119 Chemnitz
T +49 (0)371 488 7024, F +49 (0)371 488 7099
gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

Der deutsche Expressionist Fritz Ascher

Die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser zeigen vom 5. März bis zum 18. Juni das Werk des Berliner Expressionisten Fritz Ascher (1893–1970). Die Ausstellung gibt mit einer repräsentativen Auswahl von rund 40 Gemälden und Grafiken einen Einblick in das vielfältige Schaffen des Künstlers. Die Präsentation lädt zur Wiederentdeckung des ehemals verfemten und fast vergessenen Künstlers ein, der von den Nationalsozialisten verfolgt und dessen frühes Werk durch den Zweiten Weltkrieg in Teilen zerstört wurde.

Fritz Ascher wurde 1893 in Berlin-Zehlendorf als erstes Kind einer assimilierten jüdischen Familie geboren, die ihre Kinder 1901 evangelisch taufen ließ. Im Alter von 17 Jahren besuchte er die Kunstakademie in Königsberg. Um 1913 zog Fritz Ascher zurück in die Kunstmetropole Berlin, wo er bei Lovis Corinth studierte und im Umfeld expressionistischer Künstler zu einer eigenen Bildsprache fand. Die Arbeiten der Jahre vor 1933 vermitteln einen Eindruck von der kraftvollen künstlerischen Sprache seines frühen Schaffens. Neben humoristischen, der Karikatur verwandten Bildern sind Gemälde und Grafiken zu sehen, die im Zeichen des Symbolismus und Expressionismus stehen. Die oft allegorisch geprägten Darstellungen spiegeln die innere Zerrissenheit des Malers wider. Sie belegen sein Interesse an religiösen Themen. Daneben zeigen sie die besondere Vorliebe Aschers für dramatische Stoffe aus der Welt der Musik, des Theaters und der Oper.

Als Fritz Ascher 1933 ins Visier der Nationalsozialisten geriet, tauchte er bei Freunden unter. Nach kurzer Gefangenschaft im Konzentrationslager Sachsenhausen und im Potsdamer Gefängnis überlebte er die Jahre bis 1945 in einem Kellerversteck im Berliner Grunewald. In dieser Zeit der Isolation und Angst vor der drohenden Deportation konnte er nicht mehr malen. Er schrieb in dieser Zeit zahlreiche Gedichte. Sie sind in Auszügen in der Ausstellung präsentiert und reflektieren seine Interessen vor und nach dem Krieg. Fritz Ascher verarbeitete in Worten, was ihn in den Bildmotiven seiner Malerei immer wieder beschäftigt hatte – es entstanden Gedichte über den Bajazzo oder Hommagen an seine künstlerischen Vorbilder. Die Themenbereiche reichen von Religion und Theater bis zur Natur, die vor allem für sein malerisches Spätwerk bestimmend wurde.

Unmittelbar nach der Befreiung 1945 durch die Alliierten begann Fritz Ascher wieder zu malen. Zunächst überarbeitete er ältere Gemälde wie die großformatigen Werke des Bajazzos, das Porträt Ludwig van Beethovens und Der Golem (1916), das erstmalig im Museum Gunzenhauser zusammen mit seinen anderen Arbeiten aus dieser Zeit zu sehen ist. Ascher fand jedoch in der Natur sein eigentliches Thema. Auf der Suche nach einer neuen künstlerischen Ausrichtung durchstreifte er immer wieder die ausgedehnten Wälder des Grunewalds und schuf dramatische Bilder von Blumen, Sonnenuntergängen und hügeligen Wiesen. Heftige kreative Schaffensphasen wechselten sich mit Phasen großer Verzweiflung ab. Diese „Seelenbilder“ Fritz Aschers zeigen nur vordergründig Idylle. Die kraftvollen Landschaftsbilder werden zu Symbolen einer in der Natur entdeckten Spiritualität.

Kuratorin der Ausstellung ist Rachel Stern, Direktorin der Fritz Ascher Gesellschaft für Verfolgte, Verfemte und Verbotene Kunst, New York. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland Prof. Monika Grütters, MdB.

Die Präsentation im Museum Gunzenhauser wird zusammen mit den 26. Tagen der jüdischen Kultur Chemnitz, die unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz Barbara Ludwig stehen, am 4. März 2017 um 19.30 Uhr eröffnet.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Fritz Ascher Gesellschaft für Verfolgte, Verfemte und Verbotene Kunst, New York.

Weitere Ausstellungsstationen:
Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück | Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim | Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte | Kallmann-Museum Ismaning

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Freitag, Samstag, Sonntag, Feiertag 15 Uhr
Donnerstag 16 Uhr

KATALOG (dt./engl.): 29 Euro

VORTRAG
Dienstag, 7. März 2017, 18 Uhr
Gebrochen aber nicht verstummt – die Macht der Schaffenskraft. Der Expressionist Fritz Ascher
Rachel Stern
Direktorin der Fritz Ascher Gesellschaft für Verfolgte, Verfemte und Verbotene Kunst, New York

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The houses of the Kunstsammlungen Chemnitz

Museum Gunzenhauser, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober

Museum Gunzenhauser

The Museum Gunzenhauser houses the collection of the Munich gallery owner Dr. Alfred Gunzenhauser and holds more than 3,000 works by 270 artists, including works of classic modern art and from the second half of the 20th century. The owner is the Gunzenhauser Foundation.

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  • Opening hours

    Tue – Sun, public holidays 11 am – 6 pm
    closed 24., 25. & 31.12.

  • Admission

    General admission 10 Euros, reduced admission 6,50 Euros

    For children and adolescents through age 17, as well as for students of the Technical University Chemnitz, holders of a Chemnitzpass, and chaperones to severely handicapped persons, admission is always free.
    For further information regarding individual and group admission fees and combination tickets valid for more than one of the museums within the Kunstsammlungen Chemnitz, please see the schedule of fees (Entgeltordnung).

    Tickets
  • Museum Shop

    Publications, postcards, posters, and other merchandise are available at the ticket counter.
    Orders may be e-mailed to service.kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de or faxed to +49 (0)371 488 4498. Kindly use our order Form (Bestellformular).

  • Address and Contact Information

    Falkeplatz, 09112 Chemnitz
    Mailing address and barrier-free access:
    Stollberger Straße 2, 09119 Chemnitz
    T +49 (0)371 488 7024, F +49 (0)371 488 7099
    gunzenhauser@stadt-chemnitz.de

  • Barriere·Freiheit

    Der barrierefreie Eingang ist Stollberger Straße 2.
    Rollstuhl·Nutzer können alle Räume besuchen.

    Blinden·Hunde und Therapie·Hunde dürfen mit ins Museum.
    Für blinde Menschen gibt es einige Tast-Bilder.

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