Kunstsammlungen am Theaterplatz
24. Jul 2022 – 31. Oct 2022

to leave for a place

Jana Mila Lippitz, Meer 7, 2021 © Jana Mila Lippitz

to leave for a place

Begleitend zur Ausstellung Michael Morgner. Lebenslinien präsentieren die Kunstsammlungen Chemnitz mit to leave for a place Arbeiten von Deborah Geppert, Ayala Shoshana Guy, Michelle Harder und Jana Mila Lippitz. Zu sehen sind raumgreifende Installationen, Videoarbeiten und Fotografien, in denen sich die Künstlerinnen mit Grundfragen der menschlichen Existenz auseinandersetzen. Die thematische Nähe zu den Werken Michael Morgners (*1942) veranschaulicht die ungebrochene Aktualität dieser Fragestellungen, die hier aus der Perspektive einer anderen Generation erörtert werden.

Bei der Suche des Menschen nach seinem Platz in dieser Welt spielt das Verhältnis zu seiner natürlichen Umgebung eine wesentliche Rolle. Die Ambivalenz zwischen Entfremdung von der Natur und einer gleichzeitigen Sehnsucht nach ihr verhandelt Deborah Geppert (*1992) in einer Multimedia-Installation, die die Grenzen zwischen organischer und digitaler Umwelt auslotet. Eine andere künstlerische Sprache für den Aspekt der Natursehnsucht findet Jana Mila Lippitz (*1988) in ihren F otografien vom Meer. Die Künstlerin lenkt den Blick auf die Bewegung des Wassers und seine feinen Strukturen und ermöglicht seitens der Betrachter:innen Momente der Ruhe, die der Mensch auch bei realen Naturerfahrungen sucht. Mit Erfahrungen existenzieller Bedrohung und der Verarbeitung von persönlichen und kollektiven Traumata beschäftigt sich Ayala Shoshana Guy (*1992) in einer Videoarbeit, die die Geschichte von der Flucht ihrer jüdischen Familie Ende der 1930er Jahre vor den Nationalsozialisten erzählt. Aus dem Blickwinkel der dritten Generation spürt sie den traumatischen Erlebnissen
und ihren bis heute präsenten Auswirkungen mit einer Collage aus überlieferten Geschichten und imaginierten Erinnerungen nach. Die Spuren und Relikte, die ein Mensch im Laufe seines Lebens hinterlässt und die auf eine vergangene Existenz hinweisen, sind Thema der raumgreifenden Installation von Michelle Harder (*1995). Die Künstlerin erschafft karge, poröse Landschaften, in denen sich Fragmente menschlicher Körperformen, ähnlich einer abgestreiften Haut, aufzulösen scheinen.

 

 

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