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24. Oktober 2020

Virtuelle Rekonstruktion der Galerie der Moderne

Screenshot virtuelle Rekonstruktion Galerie der Moderne mit Werken von Wilhelm Lehmbruck und Edvard Munch

Die Kunstsammlungen Chemnitz haben die Galerie der Moderne, einen ihrer historisch wichtigsten Ausstellungsbereiche im Rahmen der Jubiläumsausstellung »Im Morgenlicht der Republik« virtuell rekonstruiert. Die Räume befanden sich im 3. Obergeschoss und wurden als „Galerie der Moderne“ für die zeitgenössische Kunst und Neuerwerbungen der Sammlung eingerichtet.

1926 erhielt der Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff vom damaligen Direktor Friedrich Schreiber-Weigand den Auftrag diese Ausstellungsräume für eine damals noch innovative Präsentation von Kunst farblich zu gestalten. Ein modernes Display sollte von Künstler und Direktor gemeinsam entwickelt werden. Vor den farbigen Wänden wurden hier Werke von Edvard Munch, Karl Schmidt-Rottluff, Wilhelm Lehmbruck, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka und vielen mehr gezeigt. Viele dieser Werke wurden im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt, manche in vorauseilendem Gehorsam zuvor schon veräußert. Nur wenige haben Ihren Weg zurück in die Kunstsammlungen gefunden.

Die Räume sind durch Kriegszerstörungen heute nur noch teilweise erhalten. Anhand von alten Grundrissen und historischen Raumaufnahmen wurden diese Ausstellungsräume virtuell rekonstruiert. Die farbige Gestaltung Schmidt-Rottluffs wurde nach damaligen Presseberichten, den niedergeschriebenen Erinnerungen Schreiber-Weigands und unter Berücksichtigung der Farbpalette des Künstlers in seinen damaligen Gemälden näherungsweise nachempfunden. Die gezeigten Werke sind durch die genannten historischen Quellen und unter Einbeziehung der Inventarbücher für die einzelnen Räume in den Jahren 1926 bis 1929 plausibel belegbar. Da Kunstwerke immer wieder ausgetauscht wurden oder Neuerwerbungen weichen mussten und die historischen Quellen nie die komplette Ausstellung wiedergeben, ist diese virtuelle Rekonstruktion eine Zusammenfassung der Galerie der Moderne der 1920er Jahre und spiegelt nicht einen bestimmten Zeitpunkt wider.

 

 

Für die virtuelle Umsetzung der Galerie der Moderne danken wir der Firma cura3D GmbH & Co KG, Leipzig, und dem besonderen Engagement von Philipp Orschler und Norman Beberhold. WERNER MURRER RAHMEN, München, danken wir für die Recherche und digitale Umsetzung der historischen Rahmungen.

Die Herausgeber haben sich intensiv bemüht, alle Rechteinhaber zu ermitteln. Sollte es im Einzelfall nicht gelungen sein, Rechteinhaber zu benachrichtigen, bitten wir diese sich bei uns zu melden. Berechtigte Ansprüche werden aber im Rahmen der üblichen Vereinbarungen abgegolten.